Geschichte der Freiherr-vom-Stein-Schule

 

Nach Beschlüssen der Reichsschulkonferenz von 1920 wurde durch Gesetz auch in Eltville die Volksschule als gemeinsame Schule des Volkes gegründet.

Im Jahre 1946 konnten der Eltviller Bürgermeister und die Stadtverordneten vom damaligen Rektor der Eltviller Volksschule überzeugt werden, dass Eltville einen Schulneubau benötigte. Geplant war, den Bau in drei Etappen durchzuführen. Der erste Spatenstich erfolgte 1950. Im Jahre 1951 war der erste Bauabschnitt fertig, aber es dauerte noch bis 1959 bis auch die Arbeiten des letzten Bauabschnitts fertiggestellt waren.

Die Namensgebung der neuen Schule erfolgte 1957. Dieses Jahr stand im Zeichen des 200. Geburtstages des Reichsfreiherrn vom und zum Stein. Die Gemeinde von Eltville und das Lehrerkollegium fassten den Beschluss der neuen Schule den Namen „Freiherr vom Stein“ zu geben. 1970 war auch der Bau der Turnhalle fertig.

Einige Höhepunkte aus dem Schulleben der Schule:

Als zweite Schule im Rheingau ging die Volksschule Eltville im November 1958 daran, die Jungen und Mädchen vom 4. bis zum 8. Schuljahr für den Straßenverkehr fit zu machen. Kein Kind sollte ohne Radfahrprüfung von der Schule abgehen. Bei der ersten Radfahrprüfung am 2. Dez. 1958 waren bei der theoretischen Prüfung 37 schwere Fragen zu beantworten. Es folgten eine praktische Fahrprüfung sowie eine Fahrradkontrolle.

Als erste Stadt des Rheingaus hatte Eltville einen Schülerlotsendienst eingeführt. Zum Schuljahresbeginn am 25. April 1962 konnten erstmalig sechzehn Lotsen eingesetzt werden. Sie wurden in einem sechsmonatigen Lehrgang von der Eltviller Polizei ausgebildet. So galt die Volksschule Eltville als Vorbild für andere Schulen.

Am 25. September 1963 fand erstmalig ein Schulfest für die gesamte Schulgemeinschaft statt. Es gab ein reichhaltiges Programm. Zum Abschluss des Festes ließen alle Kinder der Schule einen Luftballon aufsteigen. Da das Schulfest eine große Begeisterung bei Schülern und Eltern fand, wurde vielfach der Wunsch auf baldige Wiederholung ausgesprochen. In der Lehrerkonferenz fand die Anregung einer Wiederholung nach zwei Jahren Zustimmung.

Zu Beginn des Schuljahres 1964/65 wurde ein neues Pflichtschuljahr eingeführt. In vielen Tagungen, Arbeitsgemeinschaften und Konferenzen wurden die Lehrer auf ihre neue pädagogische Aufgabe vorbereitet. Was die räumliche Situation anging wurde von Seiten der Schulaufsicht sowie des Schulträgers die Notwendigkeit eines Zusatzbaues anerkannt, aber wegen Geldmangels nicht realisiert.

Am 1. April 1964 wurden die Sonderschulklassen von der Volksschule getrennt. Damit erhielt die Sonderschule Eltville ihre Selbstständigkeit.

Am 17. April 1966 begann das erste der, wegen der Änderung des Einschulungstermins eingeführten, zwei Kurzschuljahre. Zum 1. August 1967 fing das neue Schuljahr erstmalig im Sommer an.

Bei den Fußball-Rundenspielen des Jahres 1966 ging die Mannschaft der Volksschule Eltville als Sieger aus dem Wettbewerb um den Wanderpokal des Hessischen Fußballverbandes hervor.

Anlässlich der 500. Wiederkehr des Todestages von Johannes Gutenberg veranstalteten die Realschule und die Volksschule im Juli 1968 eine gemeinsame Feier in der Rheingauhalle unter dem Motto: Gutenberg und sein Werk leben in Eltville fort - Zwei Schulen ehren den Meister der Schwarzen Kunst mit ernstem Spiel und heiterem Brauch.

Im Sommer 1970 feierte die Freiherr-vom-Stein-Schule ihr 20-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Schulfest. Als Geburtstagsgeschenk spendete die Elternschaft zur 20-Jahr-Feier der Schule ein Klavier.

Im Oktober 1971 etablierte sich in den Räumen unserer Schule die Jugendmusikschule Eltville als Zweigstelle des Wiesbadener Konservatoriums.

In den beiden 9. Klassen führte im März 1973 der Malteser Hilfsdienst ein Erste-Hilfe-Kurs durch.

Bei den Kreis-Schwimmmeisterschaften im Juni 1973, an welchem insgesamt sieben

rheingauer Schulen mit zusammen 51 Mannschaften teilnahmen, siegten die Jungen der Freiherr-vom-Stein-Schule in der Gesamtwertung.

„Lehren, Lernen und Erziehen sind Grundlagen jedes schulischen Tuns“. So konnte man im Wiesbadener Tagblatt lesen: „Beispielhaft für solches Tun ist die Freiherr-vom-Stein-Schule in Eltville". Da lief beispielsweise eine Woche der Pünktlichkeit, der kurz darauf eine Woche der Kameradschaft folgte. Letztere wurde begleitet von einer großen innerschulischen Plakataktion, mit der für Freundschaft, Kameradschaft, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Entgegenkommen und ähnlichen Tugenden unter der Schülerschaft selbst geworben wurde.

Am 8.10.1977 wurde der neue Sportplatz am Wiesweg eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Endlich konnten die Sportlehrkräfte unserer Schule mit den Schülern auf einem „richtigen“ Sportplatz mit 400m-Bahn, 5 Sprunggruben und Umkleideräumen unterrichten.

Im Oktober 1978 beschloss der Schulelternbeirat in eigener Regie dem Schulhof ein freundlicheres Aussehen zu geben. Mit Zeichnungen und Spielfeldern sollte den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, in den Pausen miteinander zu spielen und auf Raufereien zu verzichten. Es entstanden Mühlefelder, ein Schachbrett und Hinkelhäuschen.

Im Frühjahr 1981 beschloss der Kreistag auch für unsere Schule die Einrichtung einer Kleinklasse für verhaltensgestörte Kinder zu Beginn des neuen Schuljahres.

Zu Beginn des Schuljahres 1985/86 erhielt neben Geisenheim auch die Freiherr-vom-Stein-Schule eine Vorklasse, in der die Kinder, die schulpflichtig, aber noch nicht schulreif sind, gefordert werden sollten.

Um die Schüler bei der Schulhofgestaltung zu beteiligen, fand im November 1987 eine Betragung aller Schüler statt. Die Schülerbefragung zu dem Projekt brachte folgendes Ergebnis: 1. Reifenburg, 2. Wackelbrücke, 3, Tischtennis, 4. Fußballspiel, 5. Hütte. Nachdem die Erlaubnis vom Schulamt und vom Gemeindeunfall-versicherungsverband vorgelegen hatte, wurden die Spielgeräte nach und nach aufgestellt.

Die erste Verkehrserziehung auf öffentlichen Straßen im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis fand am 2. September 1991 in Eltville auf den Straßen vor der Freiherr-vom-Stein-Schule statt. Nachdem bereits Versuchsprogramme in Mannheim und Frankfurt durchgeführt worden waren, hatte man sich entschlossen, diese praxisnahe Schulung auch mit den Schülern der 4. Klassenstufe in Eltville zu verwirklichen. Diese erste Aktion des Fahrens im Realraum von Schülern sollte nach und nach auf das ganze Hessenland ausgedehnt werden.

Eine Computerfirma aus Winkel lieferte und installierte im Dezember 1991 fünf Schüler- und einen Lehrercomputer. Das EDV-Zeitalter hatte Einzug in die Schule gehalten. Die Schülerkurse liefen im Februar 1992 an. Auch interessierten Lehrkräften wurde die Möglichkeit zur Einarbeitung gegeben.

1997 stellte sich der Verein „Betreuende Grundschule - Freiherr-vom-Stein-Schule“ vor und informierte über seine Arbeit und seine Zukunftspläne. Politiker vom Kreis und aus der Stadt sagten ideelle, finanzielle und sachliche Hilfe zu.

Zur Drogen- und Gewaltproblematik und zur Selbstfindung veranstaltete die Freiherr-vom-Stein-Schule in Zusammenarbeit mit der Drogenberatung des Rheingau-Taunus-Kreises im März 1997 eine Projektwoche unter dem Motto: „Mut tut gut“. Beteiligt war auch der Kinderschutzbund des Rheingaus. Die Zusammenarbeit von Schule und Polizei über Fragen der Gewalt von und an Kindern und Jugendlichen wurde intensiviert.